Die richtige Reiseapotheke


Eine gut bestückte Reiseapotheke ist für die meisten Urlauber ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Urlaubsgepäcks. Einige grundsätzliche Überlegungen sowie deren geschickte Umsetzung können uns in den schönsten Wochen des Jahres zwar nicht unbedingt vor kleineren und größeren Unpässlichkeiten bewahren, doch erleichtert eine umsichtig gepackte Reiseapotheke die rasche und sachgemäße Versorgung des Patienten ungemein. Die ideale Urlaubsapotheke ist individuell auf das Reiseziel, die Reisedauer und die Teilnehmer abgestimmt. So handelt es sich um grundverschiedene Ausgangssituationen, wenn eine Familie mit kleineren Kindern, junge Erwachsene oder eine Gruppe älterer Menschen eine Reise antreten. Personen, welche sich wohl bei Urlaubsantritt eines stabilen Gesundheitszustands erfreuen, jedoch aufgrund einer chronischen Erkrankung einer Dauermedikation bedürfen, sollten ihre Urlaubsapotheke mit besonderer Sorgfalt zusammenstellen. Die meisten Apotheken verfügen gerade in diesem Bereich über ein umfassendes Beratungsangebot.

Urlaub in Deutschland
Auch für Reisen innerhalb Deutschlands ist eine kleinere Grundausstattung an Medikamenten und Verbandsmaterial empfehlenswert. Obwohl der Feriengast quer durch die Republik auf ein sehr gut ausgebautes Netz an Apotheken und Drogeriemärkten zurückgreifen kann, erfordern auch vermeintlich harmlose Erkrankungen und Verletzungen meist eine schnelle medizinische Versorgung.

Ein Fieberthermometer sowie schmerz- und fiebersenkende Mittel, vorzugsweise in Form von Kautabletten, sollten in keiner Reiseapotheke fehlen. Hustensirup, Kaudragees gegen trockenen Reizhusten und Halsschmerzen sowie schleimlösende und abschwellende Nasentropfen verschaffen bei den gerade zur Urlaubszeit bevorzugt auftretenden Erkältungskrankheiten rasche Linderung. Zur Wundversorgung empfiehlt sich eine Grundausstattung bestehend aus Pflasterstreifen in verschiedenen Längen und Breiten, Mull- und elastischen Binden, Wundpuder und -salbe sowie eine kleinere Schere – ähnlich einem Betriebsverbandskasten. Eine Pinzette zum Entfernen von Fremdkörpern und ein kühlendes Gel zur Linderung von Insektenstichen vervollständigen die elementaren Zutaten einer Reiseapotheke, welche selbstverständlich auch bei Auslandsreisen nicht fehlen dürfen.

Reisen innerhalb Europas
Ausgehend von ihrer hoch entwickelten medizinischen Infrastruktur können die folgenden Ratschläge auch auf die USA ausgedehnt werden. In diesen Ländern können sämtliche Medikamente zwar, bezogen auf die Inhaltsstoffe, in aller Regel problemlos nachgekauft werden, doch werden sie meist unter einem völlig anderen Markennamen vertrieben. Darüber hinaus können diese Präparate abweichende Zusatzstoffe enthalten, was wiederum die Gefahr einer allergischen Reaktion nach sich ziehen kann. Des Weiteren können Sprachverständigungsprobleme die ohnehin unangenehme Lage eines Erkrankten noch zusätzlich erschweren. Die Reiseapotheke sollte innerhalb des europäischen Auslands und der USA sämtliche bereits angesprochenen Basismedikamente folglich unbedingt in ausreichender Menge enthalten, wobei es sinnvoll ist, einen besonderen Akzent auf Medikamente gegen Durchfallerkrankungen sowie Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen zu setzen. Reisende, welche dauerhaft der Medikation rezeptpflichtiger Arzneimittel bedürfen, sollten sich durch ihren betreuenden Arzt vor Reiseantritt ein aktuelles Rezept mit genauer Aufschlüsselung sämtlicher medizinisch wirksamer Arzneistoffe ausstellen lassen. Bei Reisen in wärmere Regionen ist die Lagerung der Reiseapotheke in speziellen stabilen Kühlboxen, welche in den meisten Apotheken vorrätig sind, eine sinnvolle Alternative.

Aufenthalte außerhalb Europas
in den meisten Ländern Asiens und Afrikas bedauerlicherweise kaum eine medizinische Grundversorgung erwartet werden kann, muss die Urlaubsapotheke hier sämtliche Unpässlichkeiten über die gesamte Reisedauer in großzügiger Art und Weise behandeln können. Urlaubern kann nur empfohlen werden, ihren Hausarzt mehrere Wochen bis Monate vor Reiseantritt für ein ausführliches Beratungsgespräch zu konsultieren. Empfehlenswert sind zusätzlich Breitbandantibiotika, Flüssigkeitsersatzmittel gegen stärkere Durchfallerkrankungen, Ambu Life Key sowie, insbesondere bei Aufenthalten in Entwicklungsländern, steril verpackte Einwegspritzen. Kurze Zeit vor Ferienbeginn sollte unbedingt eine Typhusprophylaxe sowie die vorbeugende Einnahme von Malariamedikamenten erwogen werden.